8. Meisterschaftsrunde 2021/2022

8. Meisterschaftsrunde 2021/2022, 28. November, Thun
Nach zuletzt drei siegreichen Partien landete der UHC Bowil am vergangenen Sonntag ziemlich schmerzhaft auf dem (Parkett-)Boden der Tatsachen. Ein spannendes und intensives Spiel gegen Unihockey Schüpfheim ging letztendlich in einer Art und Weise verloren, die den Oscar für die unglücklichste Niederlage des Jahres definitiv verdient hätte.

UHC Bowil – Unihockey Schüpfheim 7:8 (1:1 / 2:3 / 4:4)
Der clevere Chronist lässt sich mit dem Schreiben des Matchberichts typischerweise ein wenig Zeit, damit allfällige Unwahrheiten im Bericht des gegnerischen Chronisten umgehend richtiggestellt werden können. Und wenn er Glück hat (und der Chronist des Gegners seine Arbeit gut gemacht hat), kann er sich seine Arbeit gleich sparen und einfach den Matchbericht des Gegners verlinken. Dies wäre an dieser Stelle tatsächlich möglich, enthält doch der Bericht von Schüpfheim alle relevanten Informationen in korrekter Form. Nichtsdestotrotz wollen wir natürlich auch noch unsere Sicht der Dinge kundtun.

Zum Start der Rückrunde traf der UHC Bowil also in der wunderbaren MUR-Halle zu Thun auf Unihockey Schüpfheim. Aus anonymen, aber sehr verlässlichen Quellen kann berichtet werden, dass ein Grossteil der Bowiler Spieler in einer wesentlich besseren körperlichen Verfassung zu diesem Spiel antrat als noch in der Hinrunde. Und das war auch bitter nötig! Das Spiel begann sehr temporeich und die Zweikämpfe wurden von der ersten Sekunde an sehr intensiv geführt. Der schnelle Boden und eine beidseitige Vorliebe für schnelles Umschaltspiel sorgten diesbezüglich auch nicht gerade für Abhilfe. So hatte wohl der eine oder andere Bowiler nach dem ersten Drittel bereits mehr Kilometer auf dem Zähler als in den vorangehenden Partien nach Spielschluss. 😉 Sowohl von den Spielanteilen als auch von den Chancen gestaltete sich das erste Drittel sehr ausgeglichen, womit der 1:1-Pausenstand auch absolut in Ordnung ging. Das Bowiler Tor hatten Jutzi, Bigler und Christens David mit einem wunderschön vorgeführten Konter herauskombiniert.

Die beiden Bowiler Coaches zeigten sich in der Pause im Grossen und Ganzen zufrieden mit dem Spiel ihrer Schützlinge und verlangten weiterhin eine hohe Intensität. Diese Intensität blieb dann aber zu Beginn des zweiten Drittels leider in der Garderobe. Nach gerade mal 15 Sekunden konnte ein Entlebucher seelenruhig um das Bowiler Tor spazieren, in den Slot ziehen und so die erstmalige Führung für sein Team erzielen. Dieser Weckruf verfehlte seine Wirkung zum Glück nicht und bereits eine Minute später war das Malheur korrigiert. Torschütze war GGGGG, welcher bei seinem Sonntagsspaziergang vor das Schüpfheimer Tor von Duner angeschossen worden war. Kurze Zeit später kam es sogar noch besser: nach einem Abpraller des gegnerischen Torhüters stand CT Anderhalden goldrichtig und erzielte den 3:2-Führungstreffer für die Emmentaler. Die genaue Bedeutung des Titels „CT“, den sich Anderhalden übrigens selbst verliehen hat, ist leider geheim*. Nur so viel sei verraten: dank harter Arbeit ist der Chronist auf gutem Wege, dass auch ihm dieser Titel bald verliehen werden kann. 😉

Aber zurück zum Spiel. Als nächster Programmpunkt stand für die Bowiler eine Runde „matchnahes Boxplay sponsored by Engelshaar“ an. Das Powerplay von Schüpfheim nahm diese Offerte dankend an und glich so die Partie wieder aus. In der Folge taten sich die Bowiler ziemlich schwer mit dem Kreieren von Torchancen, wohingegen Schüpfheim jede sich bietende Konterchance wahrnahm und mehrmals sehr gefährlich vor dem Bowiler Tor auftauchte. Immer wieder hielt Hermann die Emmentaler mit teils mirakulösen Paraden im Spiel und die Spieler konnten sich letztendlich bei ihm bedanken, dass Schüpfheim in dieser Phase nur einen Treffer erzielen konnte und es demzufolge „nur“ mit einem 4:3-Rückstand in die zweite Pause ging.

In der Kabine war eigentlich bereits vor der Traineransprache klar, dass man unbedingt zurück zur Leistung aus dem ersten Drittel finden musste, wenn man gegen diesen Gegner bestehen wollte. Dieses Vorhaben gelang zu Beginn des Schlussdrittels wunderbar, konnte doch Duner bereits nach gut zwei Minuten die Partie ausgleichen. Nun waren es die Bowiler, die mehrheitlich den Takt angaben und den Gegner immer wieder in Bedrängnis bringen konnten. Schüpfheim auf der anderen Seite kam nicht mehr wirklich zu zusammenhängenden Aktionen, sondern befreite sich häufig mit hohen Bällen aus der eigenen Zone. Trotz (oder vielleicht gerade eben mit) diesem Stilmittel kamen die Entlebucher knapp zehn Minuten vor Schluss zu einem Doppelschlag zum 6:4.

Daraufhin reagierten die beiden HCs so, wie man das im Buch „Das kleine 1×1 des Unihockeys“ in Kapitel 17 nachlesen kann: sie nahmen ihr Timeout und stellten die Linien für die Schlussphase ein klein wenig um. Wie im Buch beschrieben, wirkte diese Massnahme schneller als intravenös verabreichtes Adrenalin und innerhalb von gerade mal drei Minuten hatten Duner und Bigler die Partie wieder ausgeglichen. Leider hatte auch der gegnerische Trainer das oben erwähnte Buch bis und mit Kapitel 17 gelesen. Kurz zusammengefasst: Timeout Schüpfheim, 7:6-Führungstreffer Schüpfheim genau zweieinhalb Minuten vor Schluss. Glücklicherweise gibt es in der Trainerbibel auch noch ein Kapitel 18, in welchem vor allem eine letzte verzweifelte Massnahme detailliert beschrieben wird: das Ersetzen des Torhüters durch einen sechsten Feldspieler. Und siehe da, auch diese Massnahme wirkte! 19 Sekunden vor Schluss machte Duner seinen Hattrick perfekt und glich die Partie zum 7:7 aus. Für das, was danach folgte, gibt es leider auch in der heiligen Trainerbibel keine wirksame Gegenmassnahme mehr: gerade mal 14 Sekunden nach dem Bowiler Ausgleich und damit 5 Sekunden vor Schluss (nach Adam Riese) erzielte Schüpfheim tatsächlich noch den Siegestreffer. Die Art und Weise, wie der Treffer zustande kam, darf sicherlich als eher glücklich bezeichnet werden, aber letztendlich zählen auch diese Tore.

Über das ganze Spiel gesehen wäre eine Verlängerung und damit für beide Teams mindestens ein Punkt sicherlich absolut in Ordnung gewesen und keine der beiden Mannschaften hätte sich darüber beschwert. Aber genau solche Dramen machen die Faszination des Sports aus. Während die Bowiler in den zwei Partien zuvor mit einer durchschnittlichen Leistung jeweils als Sieger vom Platz gingen, reichte eine der besten Saisonleistungen gegen Schüpfheim nicht zum Sieg. Dennoch können die Bowiler für die beiden anstehenden Heimrunden sicherlich auch viele positive Dinge aus der Partie gegen Schüpfheim mitnehmen. Neben dem Kampfgeist und der Intensität gehört sicherlich auch die Effizienz dazu, landeten doch von knapp 20 Torschüssen deren 7 im gegnerischen Kasten. Natürlich gibt es auch Dinge, die bis zu den nächsten Partien verbessert werden müssen, aber diese werden hier selbstverständlich nicht der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht…

* wer unbedingt Nachforschungen betreiben will, dem sei die Scorerliste als erster Anhaltspunkt empfohlen 😉

UHC Bowil – Unihockey Schüpfheim (1:1 / 2:3 / 4:4)

13. D. Christen (Bigler) 1:0
19. Unihockey Schüpfheim 1:1
21. Unihockey Schüpfheim 1:2
22. P. Gerber (Duner) 2:2
26. Anderhalden (D. Fankhauser) 3:2
28. Unihockey Schüpfheim 3:3 (Ausschluss UHC Bowil)
31. Unihockey Schüpfheim 3:4
43. Duner (Jutzi) 4:4
51. Unihockey Schüpfheim 4:5
52. Unihockey Schüpfheim 4:6
54. Duner (Flückiger) 5:6
57. Bigler (Anderhalden) 6:6
58. Unihockey Schüpfheim 6:7
60. Duner (S. Christen) 7:7 (UHC Bowil ohne Torhüter)
60. Unihockey Schüpfheim 7:8

Strafen: UHC Bowil1 x 2 Strafminuten (Rothenbühler) / Unihockey Schüpfheim keine

UHC Bowil: Schweizer, S. Christen, Flückiger, D. Fankhauser, Jutzi, Rothenbühler, Leuenberger, P. Gerber, Schneeberger, D. Christen, Häni, Voramwald, Hermann, Anderhalden, Bigler, Duner

Abwesend: J. Gerber (Altersbeschwerden), S. Fankhauser (Arbeitstier), Sterchi (nicht anwesend), Liechti (auch nicht anwesend), Reck (Homeparty)

6. und 7. Meisterschaftsrunde 2021/2022

6. Meisterschaftsrunde 2021/2022, 7. November 2021, Huttwil

Am Sonntag, dem 7. November, konnte der UHC Bowil verdient gegen die Visper Lions nach einem unattraktiven Spiel gewinnen. Aufgrund von fehlenden Angaben zu den Gegentoren, Torschützen, usw. könnte dieser Spielbericht noch mehr Unwahrheiten enthalten als sonst.

UHC Bowil – Visper Lions 8:5 (0:2/ 4:3 / 4:0)

Der Start ins Spiel verlief ähnlich harzig wie der Boden nach der letzten Wösch klebte. Für Personen, welche das langnauerische Nachtleben nicht kennen: Die Wösch ist bzw. war das letzte Ausgehlokal in Langnau, dass noch Gerstensäfte und andere Getränke nach 02.00 Uhr verkaufte. Es traf sich dort jeweils die Crème de la Crème der Nachschwärmer oder andere traurige Gestalten, die den Moment zum nach Hause gehen verpasst hatten. Am Vorabend des Spiels gegen Visp war eben diese letzte Wösch, wobei sich auch diverse Herren vom UHC Bowil dem Pöbel der Langnauer Ausgehszene zeigten. 😀 Die Bowiler starteten spielbestimmend und konteranfällig. Die Visper nutzten ihre Konterchancen eiskalt aus und führten deshalb mit 0:2 zum ersten Pausentee. Dem einen oder anderen Bowiler war der Vorabend bei der letzten Wösch noch sehr gut anzusehen. Dies zeigte sich auch darin, dass einige nicht gerade glänzten mit Laufbereitschaft und schlauen Zuspielen.

Nach der Pause wurde es allmählich besser und auch die Bowiler begannen Tore zu schiessen. Leider ist es nicht mehr klar, wer wann welches Tor erzielte. Wie immer waren alle Tore wunderbar schön geschossen worden. Ein Tor findet jedoch sicherlich einen Eintrag in die Geschichtsbücher des UHC Bowil. Der Torschütze, von diesem aussergewöhnlichen Tor war M. Voramwald aka «The Tschiismeiker from se Houmriwer». Er zog im eigenen (!) Slot ab und erwischte den Torhüter mit einem Aufsetzer. Mit seiner ligaweit gefürchteten Schusstechnik, welche eine unglaubliche Körperbeherrschung sowie einen Adoniskörper benötigt, traf er zum inoffiziellen Goal oft the Week von Swissunihockey. 😛 Leider ist das Instrument der Videoanalyse – geschweige denn die Livestreampflicht – noch nicht bis in die Niederungen des Unihockeys vorgestossen. Unverständlich eigentlich, wenn genau solche Tore wie dieses von Disu nur vom Hörensagen weitererzählt werden können. Zudem würden sich sicher diverse spannende Perlen für lustige Failvideos finden lassen. Mit einem 4:5 ging es in die zweite Pause.

Im dritten Drittel war wohl jeder Tropfen Restgetränke der letzten Wösch ausgeschwitzt und die Bowiler drehten mit einem Sturmlauf die Partie. Im Schleudergang erzielten die Bowiler vier Tore und sie konnten hinten gegen die Konter dichthalten. Frenetisch gefeiert von den zahlreich mitgereisten Fans konnten die Bowiler den zweiten Sieg in Serie geniessen.

UHC Bowil – Visper Lions 8:5 (0:2/ 4:3 / 4:0)
Flückiger
Voramwald (J. Gerber)
Jutzi (D. Christen)
Bigler (P. Gerber)
D. Christen
Bigler (Reck)
P. Gerber (S. Christen)
Jutzi (D. Fankhauser)
5x Visper Lions

Strafen: keine bei beiden Teams

UHC Bowil: Schweizer, S. Christen, J. Gerber, Flückiger, D. Fankhauser, Jutzi, Rothenbühler, P. Gerber, D. Christen, Häni, S. Fankhauser, Voramwald, Sterchi, Liechti, Reck, Bigler

Abwesend: Leuenberger, Schneeberger, Hermann, Anderhalden, Duner

7. Meisterschaftsrunde 2021/2022, 21. November, Hasle-Rüegsau

Der dritte Sieg in Folge ist Tatsache für den UHC Bowil. Das Derby gegen Uetigen war kein Torspektakel, jedoch sehr umkämpft und fair. Die abgeklärten und defensiv sicheren Bowiler gewannen durch ein Tor 90 Sekunden vor dem Spielende.

UHC Bowil – UHT Uetigen 4:3 (2:1 / 1:0 / 1:2)

Es ist nicht leicht als Amateursportler. Vor dem letzten Spiel war die letzte Wösch und am Vorabend vor dem Uetigen Spiel die Hundsverlochete sowie eine Bad Taste Party. Wer die Bowiler kennt, der weiss, dass sie keine Kinder von Traurigkeit sind und möglichen intensiven Ausgängen gerne ins Auge schauen. Zum Glück startete das Spiel gegen Uetigen erst um 16:45 Uhr. Die Bowiler spielten in den himmelblauen Dress. Ist das eine wichtige Info? Nein.

Das erste Tor der Partie erzielte der schöne Jahn. Er erwischte den gegnerischen Schlussmann mit einem tiefen Schuss in die weite Ecke. Obwohl Uetigen mehr für das Spiel machte, waren sie nicht gefährlich. Sie kreisten oft um das Bowiler Tor herum, kamen aber nicht zu gefährlichen Abschlüssen. Aus dem Nichts kamen sich nach einem Wechselfehler zum Ausgleich. Um keine Blossstellung zu machen, wird die Szenerie mit abgeänderten Namen erklärt. Das Verteidigerpaar Samuele und Simone von der ersten Linie wechselten, wie es sich gehört. Sie sassen auf der Bank, als ein Verteidiger der zweiten Linie panisch nach seinem Gspändli rief. Es klang ungefähr wie in einer Tierdoku, wenn ein von Löwen umzingeltes kleines Gnu nach seiner Mutter ruft, die es verloren hatte. Joelinhios Rufe wurden von Matze erhört und dieser sprang aufs Feld. Leider war zu diesem Zeitpunkt der Gegenspieler von Uetigen schon an ihm vorbeigerauscht und konnte zum 1:1 einschieben. Die leicht erhitzten Gemüter beruhigten sich zum Glück schnell wieder, da S. Christen, der eigentlich produktivste Verteidiger der Vergangenheit, seine Torproduktion startete. 😉 Nach einer Freistossvariante mit absichtlichem Ballverlust in der Ecke kam er zum Abschluss. Er traf eiskalt und konnte seinen tortechnischen Lockdown endlich beenden. Uetigen hatte im ersten Drittel viel Ballbesitz, war aber häufig nicht gefährlich. Nach der ersten Pause brachten die HCs den Schützen ins Spiel.

Im Mittelabschnitt wurden die Bowiler offensiver und machten mehr fürs Spiel. Nach einem schlechten Pass von Jutzi auf Bigler stand es 3:1. Obwohl Bigler schlecht zum Tor stand und sich fast die Handgelenke brach beim Abschluss, traf er eiskalt. Die Verpflichtung des Ex-NLB-Cracks zahlt sich definitiv aus. Die Bowiler verpassten es die Partie frühzeitig zu entscheiden und scheiterten am gegnerischen Torhüter oder am Aluminium. In der Pause reagierten die HCs auf den Ausfall von J. Gerber, welcher sich aus Gründen als grosszügiger Sponsor der Teamkasse erwies. <3

Im Schlussabschnitt konzentrierten sich die Bowiler vermehrt auf die Defensive. Uetigen machte wieder das Spiel und wurde nun brandgefährlich. Mit zwei Querpässen in den hohen Slot glichen sie innerhalb von 15 Sekunden das Spiel aus. Ja, Unihockey ist ein schneller Sport und Tore fallen manchmal innert kürzester Zeit. Der zweite Treffer war auch noch sehr sehenswert. Der Uetiger versenkte einen Flip-Pass Volley. Der Weckruf der Gegentore zeigte seine Wirkung und die Bowiler kamen zurück ins Spiel. Wenige Minuten vor Schluss blieb wohl allen Bowilern das Herz kurz stehen. Rothenbühler versuchte einen Gegenspieler mit einem Block am Schuss zu hindern und Jutzi stach gleichzeitig darauf. Der Uetiger flutschte aber mit einem geilen Move zwischen den beiden durch. Er lief allein auf Schweizer zu, welcher hinaus stoch, als wäre er ein Klappmesser. Schweizer erwischte den Gegenspieler jedoch nicht und dieser hatte nun das leere Tor vor sich. Zum Glück scheiterte er an sich selbst und verzog kläglich. Ob es der Todesstoss für den UHC geworden wäre, wissen wir nicht. Die Mannschaft blieb nach den beiden Gegentoren grundsätzlich sehr cool. Carlo Janka, der lce Man der Nation, war nicht einmal vielleicht so cool in seinen besten Zeiten. Diese Nervenstärke schien sich auszuzahlen. In Muhamed Ali Manier suchten die Bowiler die Entscheidung mit kleinen aber feinen Nadelstichen. Zwei, drei Mal vergaben die Bowiler ähnlich wie Uetigen die Entscheidung. So benötigte es einen Konter über den schönen Jahn, welcher GGGGG freispielte. Damit ist Patrick Gerber von der Generationsgemeinschaft Gerber Giebel gemeint, der genesen von einer Covid-Erkrankung zurückkehrte. Dieser GGGGG versteckte den Ball mit einem gezielten flachen Schuss im Tor. Dramatik pur im Emmentaler Derby. Uetigen versuchte nun 90 Sekunden vor Schluss alles und nahm den Torhüter raus. Es brannte lichterloh vor unserem Tor und wir konnten uns meist in aller letzter Sekunde retten.

6 Sekunden vor Schluss drehte sich der Chronist vom Spielgeschehen ab, da wir einen Freistoss in der gegnerischen Hälfte hatten. Er gönnte sich einen genüsslichen Schluck aus seiner Glasflasche – für die er immer wieder als Hipster und Student betitelt wird – und überlegt sich, wie wichtig dieser Sieg ist. Aus seiner wunderbaren Traumwelt mit entspannender Musik und hübschen Damen, die die Tabelle präsentieren, wurde er jäh hinausgerissen. Mit grossen Augen sah er, als er sich umdrehte, wie drei Uetiger in Ballbesitz auf zwei Bowiler stürmten. Was war geschehen? Die Intelligenz von drei Herren erlitt einen Totalausfall oder ein Flashback zum Vorabend. Anstatt in der gegnerischen Ecke das Füdle rauszustrecken und den Ball sechs (!) Sekunden zu halten, wurde ein Pass hinter das Tor gesucht. Dieser wurde abgefangen und führte zur vorher beschriebenen Kontersituation. Zum Glück war unser rettender Engel Krusty Rothenbühler auf dem Feld. Einer der wohl begnadetsten Blockspieler der Nation – was der für Schüsse blockt – warf sich in den Schuss. Blaser Yänu der SCL Diggers kann es einfach nicht besser. Mit wehendem Haar und stabilem Block wurde der Schuss abgewehrt und der Sieg war Tatsache.

Den eigenen Slot haben wir nun im Griff, nun scheitert es am hohen Slot. Wenn es so weiter geht, werden wir die Gegentore schon bald von der Mittelline erhalten. Steigt uns nun der Erfolg, nach dem dritten Sieg in Serie in den Kopf? Wohl nicht, denn wir spielen gemäss unseren Diskussionen sowieso in unerreichbaren Spähern. Zudem sind wir uns durchaus bewusst, wie knapp die letzten Spiele waren und dass unsere Performance nicht immer die Bestnoten verdiente. Waren die Siege unverdient? Nein, auch das nicht, weil wir im Training zurzeit ein viel höheres und besseres Niveau haben als in den Spielen. Falls es uns gelingt den Drive aus dem Training mitzunehmen, können wir selbst den Leader schlagen.

Das nächste Spiel findet am kommenden Sonntag auf dem vergötterten Hallenboden in Thun statt. Zum Rückrundenstart trifft der UHC Bowil auf Schüpfheim. Um sich an den Hallenboden zu gewöhnen, reist die Mannschaft bereits am Samstag an und absolviert noch ein Training in Thun. 😉

UHC Bowil – UHT Uetigen 4:3 (2:1 / 1:0 / 1:2)
11. Flückiger (D. Fankhauser) 1:0
14. UHT Uetigen 1:1
16. S. Christen 2:1
29. Bigler (Jutzi) 2:2
48. UHT Uetigen 3:2
48. UHT Uetigen 3:3
59. P. Gerber (Flückiger)

Strafen: keine bei beiden Teams

UHC Bowil: Schweizer, S. Christen, J. Gerber, Flückiger, D. Fankhauser, Jutzi, Rothenbühler, Leuenberger, P. Gerber, Schneeberger, D. Christen, Häni, S. Fankhauser, Voramwald, Sterchi, Hermann, Reck, Anderhalden, Bigler

Abwesend: Liechti, Duner

5. Meisterschaftsrunde 2021/2022

5. Meisterschaftsrunde 2021/2022, 31. Oktober, Schüpfheim
Nach drei Niederlagen kehrte die 1. Mannschaft vom UHC Bowil zum Siegen zurück. Untenstehend der Matchbericht vom Gastautor.

UHC Bowil – Black Creek Schwarzenbach II 4:3 n.P. (0:2 / 1:0 / 2:1)
Die Vorbereitungen auf das sonntägliche Meisterschaftsspiel gegen Schwarzenbach verlief doch um einiges besser als noch beim letzten Bowiler Besuch im Entlebuch. Einerseits, weil diesmal das Schuhwerk von S.B. aus L. das Einlaufen überstand und so ein weiteres Mal gebraucht werden kann. Und andererseits, weil während dem Einschiessen diesmal sogar Musik lief und man sich nicht vorkam, als hätte man sich Sonntagmorgens in die Kirche verirrt. Eine bessere Matchvorbereitung hätte man sich also fast nicht wünschen können.

Entsprechend motiviert und mit viel Power starteten die Bowiler dann auch in die Partie. Man hatte viel Ballbesitz, kam zu ersten guten Abschlussversuchen und gestand dem Gegner kaum Ballbesitz zu. Leider gab es aber an diesem Sonntagmorgen auch zwei Herren, die sich ganz am anderen Ende des Leistungsspektrums befanden. Zu Beginn konnte man sich aus Bowiler Sicht noch herrlich darüber amüsieren, da die beiden ihre Rolle tatsächlich sehr unparteiisch interpretierten und entsprechend beide Teams in etwa gleich viel davon profitierten oder eben nicht. Und auch das frühe Gegentor zum 1:0 nach einem wunderschön herausgespielten Konter beunruhigte noch niemanden wirklich. Die Kombination aus viel Ballbesitz, vielen Chancen, keinen Toren und interessanten Schiedsrichterentscheidungen sorgte aber je länger je mehr für eine leicht gereizte Grundstimmung beim zurückliegenden Team. Das Gereiztheits-Level stieg dann spätestens zwei Minuten vor der ersten Pause von leicht gereizt auf mittel bis stark gereizt, je nach Person. Dies, nachdem Schwarzenbach nach einem Konter und einem Foul an einem unserer Verteidiger plötzlich mit zwei Längen führte. Aber zurück zu den wirklich interessanten Geschichten, den gereizten Personen im Bowiler Umfeld. Gemäss übereinstimmenden Augenzeugenberichten wurde es HC Muster in der ersten Pause nicht unbedingt langweilig. Statt sich auf die Analyse des ersten Drittels zu konzentrieren, hatte er alle Hände voll damit zu tun, gewisse Personen zu beruhigen und sie vermutlich ein wenig vor sich selbst zu schützen.

Item, als dann endlich alle in der Garderobe sassen und ihr Kamillentee in den Händen hielten, ergriff der andere HC das Wort. Er, der zuvor während 20 Minuten die Ruhe in Person geblieben war und auch sonst für sein ruhiges und sonniges Gemüt bekannt ist, mahnte das Team zur Ruhe und Fokus auf das Wesentliche. Trotz dieser leicht ironischen Situation kam die Kernbotschaft beim Team an. In den darauffolgenden Minuten wurde wieder gepowert wie zu Beginn des Spiels. Schwarzenbach kam kaum mehr kontrolliert über die Mittellinie und konzentrierte sich vornehmlich auf die Defensivarbeit. Dies taten sie dafür umso erfolgreicher. Und wenn mal ein Ball den weg bis zum Tor fand, konnten sie sich auf ihren Torhüter verlassen. Gerade als das Frustpotenzial auf der Bowiler Bank langsam wieder ein wenig zu steigen drohte, fand der Ball endlich ein erstes Mal den Weg ins Schwarzenbacher Tor. Der schöne Jahn, welcher in der ersten Pause glücklicherweise seine innere Mitte wieder gefunden hatte, traf schön in den Winkel. So ging es dann ein wenig entspannter und mit der Gewissheit, doch noch Tore erzielen zu können, in die zweite Pause.

Das dritte Drittel glich dem vorherigen wie eine Faust aufs Auge. Mit einem wesentlichen Unterschied: bereits nach fünf Minuten zimmerte Jutzi (der nie schiessen will) die Kugel in den Winkel und glich die Partie aus. Und es kam noch besser. Knappe fünf Minuten später durfte sich das Bowiler Powerplay endlich mal wieder präsentieren. Neuzugang Duner, der leider noch nicht wusste, dass das Bowiler Powerplay eigentlich sehr ineffizient ist, erzielte mit einem platzierten Weitschuss sein erstes Tor für Bowil. Am Gesamtbild im Spiel änderte sich daraufhin wenig, ausser das sich Schwarzenbach nun wieder vermehrt im Angriff zeigte, allerdings ohne dabei wirklich gefährlich zu werden. So plätscherte das Spiel langsam seinem Ende entgegen und das über 60 Minuten bessere Team schien die drei Punkte doch noch ins Trockene zu bringen. Die Grammatikfreunde unter uns werden das Problem im vorherigen Satz wahrscheinlich bereits erkannt haben: der liebe Konjunktiv… Nach einem Ballverlust in der Angriffsauslösung liess sich Schwarzenbach nicht zwei Mal bitten und erzielte kurz vor Schluss den Ausgleichstreffer zum 3:3.

So kam es also zum ersten Mal in dieser Saison zu einer Verlängerung mit Bowiler Beteiligung. In dieser blieb die Spielrichtung grundsätzlich gleich, allerdings wurde insgesamt mit ein bisschen weniger Risiko agiert. Wie bereits in der regulären Spielzeit verpasste es Bowil, den endgültigen KO-Schlag zu setzen. Dies wurde dann glücklicherweise im Penaltyschiessen nachgeholt, wo Hermann zwei Versuche des Gegners parierte und mit einer Ausnahme alle Bowiler Schützen trafen. Der Name des sündhaften Bowiler Schützen ist dem Chronisten leider gerade entfallen, aber das spielt ja letztendlich auch keine Rolle. Hauptsache man konnte das Feld mal wieder als Sieger verlassen! Der Sieg geht letztendlich sicher in Ordnung, war doch Bowil über weite Strecken die bessere Mannschaft. Nun gilt es, diesen Schwung in die nächsten Spiele mitzunehmen und vielleicht auch auf ein wenig mehr Abschlussglück zu hoffen 😉

Weiter geht es morgen um 10:00 Uhr gegen Visp in Huttwil!

UHC Bowil – Black Creek Schwarzenbach II 4:3 n.P. (0:2 / 1:0 / 2:1)

8. Black Creek Schwarzenbach II 0:1
18. Black Creek Schwarzenbach II 0:2
35. Flückiger (J. Gerber) 1:2
45. Jutzi 2:2
49. Duner (Voramwald) 3:2
59. Black Creek Schwarzenbach 3:3

Strafen: UHC Bowil1 x 2 Strafminuten (J. Gerber) / Black Creek 1 x 2 Strafminuten

UHC Bowil: Hermann, S. Christen, J. Gerber, Flückiger, D. Fankhauser, Jutzi, Rothenbühler, P. Gerber, D. Christen, Häni, Voramwald, Sterchi, Schweizer, Reck, Anderhalden, Bigler, Duner

Abwesend: Leuenberger (Unterstützung Tourismussektor), Schneeberger (Homeparty), S. Fankhauser (Workshop „How to set priorities“), Liechti (nicht anwesend)